31.05.2008 20:00 Von: Arthur Schnitzler

LIEBELEI

abgespielt - nur noch als Gastspiel buchbar.


Ein Schauspiel in drei Akten

"Er ist ein Mann wie die anderen und alle zusammen sind´s nicht eine böse Stunde wert ..."

Theodor und Fritz, Mizi und Christine ? vier junge Menschen, die zusammen feiern, sich vergnügen, abhängen und die Zeit totschlagen. Sie spielen das Spiel der Liebe, aber ohne viele Gefühle zu investieren. "Die Weiber haben nicht interessant zu sein, sondern angenehm" sagt Theo und Mizi sieht es ähnlich: "Er ist ein Mann wie die anderen und alle zusammen sind?s nicht eine böse Stunde wert."

Sie alle kennen die Spielregeln: Leichtigkeit, Liebelei, Langeweile. Immer auf der Suche nach dem Glück meiden sie dennoch jede Art Risiko. Doch Christine reicht das nicht. Sie glaubt in Fritz die große Liebe gefunden zu haben und fordert eine Verbindlichkeit, die mehr ist als Liebelei. Sie hält sich einfach nicht an die üblichen Spielregeln, sie will Fritz und das fürs Leben. Als Einzige hat sie den Mut zu großen Gefühlen und beharrt darauf. Damit ist Fritz überfordert. Seine heimliche Liebe gilt einer verheirateten Frau, während Christine für ihn vor allem "Erholung" ist.

Erst als der betrogene Ehemann Fritz zum Duell fordert und plötzlich sein Leben auf dem Spiel steht, schwankt er. Zum ersten Mal kann sich Fritz der Realität nicht mehr entziehen. Für einen kurzen Augenblick scheint ihm Christine die Erfüllung ? dann muss er fort. Im Unwissen über den Grund seiner "Reise" wartet Christine tagelang auf Fritz? Rückkehr.

Viel zu spät erfährt sie, dass er im Duell gefallen ist. Gestorben für eine andere Frau. Und schlimmer noch: Niemand hat an sie gedacht, keiner hielt es für nötig, sie vom Tod des Geliebten zu unterrichten?
"Wer bin denn ich ? ? Weniger als alle anderen ? ?"

In Faßhubers Regie entwickelt sich das Stück mit Mut zur Stille zu einer tragischen Liebesgeschichte. Glanzpunkt sind der natürliche Schnitzler-Ton, den die Protagonistinnen treffen. Kronen Zeitung

Mizi und Theodor, Fritz und Christine geben sich auf dem weißen Bühnenquadrat und in schlichter Büroraum-Ästhetik kompromisslos dem Spieltrieb (sehr gut als Mizi und Theodor: Julia Gugg und Gerhard Maier) und kompromisslos dem Ernst des Lebens hin. Der Standard

Nur keine Aufregung, Weiber haben nicht interessant zu sein: Peter Faßhuber inszeniert ruhig und stimmig, lässt Schnitzler Schnitzler bleiben und breitet die Leichtigkeit des seelenlosen Seins in einen luftigen Raum, der mit wenig Requisiten und Farben auskommt. Der Zustand der Jugend als unbuntes Gemälde quasi. Das Ensemble fügt sich professionell ein.


Regie:         Peter Faßhuber

Technik:      Dirk Küpper

Schauspiel: Eva-Maria Faßhuber, Julia Faßhuber, Julia Gugg, Wolf Galler,

                   Gerhard Maier, Hans T. Tafner

              


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