25.07.2012 20:00 Von: Federico Garcia Lorca

BERNARDA ALBAS HAUS

Premiere: 25. Juli 2012


Nach dem Tod ihres Mannes, verschließt Bernarda Alba ihr Haus und verordnet ihren fünf Töchtern eine achtjährige Trauerzeit. Während das Leben draußen vorbeizieht, stricken die jungen Frauen an ihrer Aussteuer und verzehren sich nach den abwesenden Männern. Dabei gibt es nur für Angustias, der Ältesten der fünf Schwestern, einen Heiratskandidaten: Pepe, ein junger und äußerst attraktiver Mann. Dass die anderen Schwestern mit Neid und Hass auf das vermeintliche Glück von Angustias starren, liegt auf der Hand. Was aber auch Angustias nicht weiß - Adele, die jüngste Schwester, hat längst schon Pepes Gefallen erregt. Nacht für Nacht schleicht sie aus dem häuslichen Gefängnis um Pepe im Stall zu treffen...

Durch blindes Festhalten an Traditionen errichtet Bernarda eine Festung, in der sich Lebensfreude in Missgunst und Verlangen in Verlogenheit kehrt. Das Leben ihrer Töchter zerbricht, weil die äußere Fassade wichtiger ist, als ein selbst bestimmtes Leben.  Der spanische Lyriker und Dramatiker Federico Garcia Lorca (1898 ? 1936) beschreibt in seinem 1936, kurz vor dem spanischen Bürgerkrieg entstandenem Stück eine Welt, in der sich Autorität und Freiheit, Zivilisation und Natur, Moral und sexuelles Begehren unversöhnlich gegenüberstehen. Eine Welt voller Repressionen, in der das Leben verkümmert, weil Anpassung in Selbstaufgabe und Ausbruchsversuche in Selbstzerstörung enden.

 

Regie/Raum: Peter Faßhuber; Mit: Petra Stock, Helga Steiner, Melanie Katja Schneider, Eva-Maria Faßhuber, Julia Gugg, Julia Faßhuber, Hans T. Tafner

Pressemeldungen:


"In einen Rahmen aus Leuchtstoffröhren sperrt Faßhuber die fünf Schwestern und leuchtet ihre Reaktionen auf die dominante Mutter aus., die er mitten ins Publikum setzt. Mit einfachen, aber effektiven Mitteln fangen er und das Darstellerteam die bedrückende Stimmung von Lorcas Stück ein. Ein starker Abend!" (Chr. Hartner, Kronenzeitung Kultur, 27.7.2012)

Mit perfekt servierter, schwerer Kost schraubt diesmal Peter Faßhuber die Uhr auf einen drückend schwülen Sommer in der spanischen Provinz zurück.  Draußen, vor den imaginären Fenstern, zieht das Lebe nvorbei. Drinnen, im durch Lichtleisten symbolisierten Haus eingesperrt, verzehren sich die junge nFrauen nach Partnerschaft nach, Sex, nach Freiheit. Helga Steiner, Melanie Katja Schneider, Eva-Maria Faßhuber, Julia Gugg und Julia Faßhuber sind in den Töchterrollen ein fantastisches Ensemble..." (H.J. Ainerdinger, MZ, 2.8.2012)

"...Bernarda, eine bigotte, verbiesterte Despotin, eine menschliche Bleichkoralle. Die Revolte der jungen Frauen ist zwar gegen sie gedacht, richtet sich aber letztlich querbeet gegeneinander. Inhaltlich mag die Zeit über den Text ein wenig hinweggefegt sein, die äußerst sparsam, aber mit tollem Lichtdesign ausgestattete Inszenierung von knapp 70 Minuten, der subtile Musikeinsatz und die darstellerische Leistung des ganz Teams lohnen einen Besuch durchaus." (Frido Hütter, Kleine Zeitung, 3.8.2012)

 


< WINTER