22.07.2015 20:00 Von: Ödön von Horwàth

ZUR SCHÖNEN AUSSICHT

von Ödön von Horvàth


Strassers Hotel hat schon mal bessere Tage gesehen. Wie auch die gesamte Belegschaft. Einziger Gast ist die Baronin Ada von Stetten, die sich den Inhaber, den Kellner und den Chauffeur als ihre Liebhaber hält und nach ihrer Pfeife tanzen lässt. Strassers Etablissement versammelt Überlebenskünstler, die gelernt haben, sich durchzuschlagen. Unangenehm wird es nur, wenn Lieferanten vor der Tür stehen und ihre Rechnungen bezahlt haben wollen oder abgelegte Liebschaften, die an vergangene Treueschwüre gemahnen. So wie Christine, die eines Tages anklopft und Strasser an seine Vaterschaft erinnert. Da hält die männliche Solidargemeinschaft natürlich zusammen und überlegt, wie man das Luder loswerden kann. Vor Meineid und Verleumdung schreckt dabei keiner der Herren zurück. Erst als die gedemütigte Christine eine Erbschaft erwähnt und ihrem häuslichen Traum vom Glück hinterher weint, bricht der Konkurrenzkampf aus. Jetzt will jeder ein Stück vom Kuchen für sich ? 

Regie/Raum: Peter Faßhuber; Co Regie/Produktionsleitung: Julia Faßhuber; Mit: Eva Maria Faßhuber, Melanie Katja Schneider, Ute Veronika Olschnegger,  Hans T. Tafner, Gregor Schenker, Holger Schober, Thomas Sima, Thore Schneider

Presse:

"...eine grandios morsche Gesamtkomposition! Von all den kranken Zustände unserer Tage hat Horvàth 1926 nichts ahnen können, von seiner Komödie ist aber alles andere als der Lack ab. Wie von dem Hotel an irgendeinenm kleinen See, wo Peter Faßhuber diese gescheiterten orientierungslosen Existenzen ihr Spiel treiben lässt und ein beeindrucken zerläppter Holger Schober als Oberkellner Max eine Kloacke des Scheiterns serviert. Beeindruckend ist überhaupt diese Inszenierung dieses Modells menschlicher Destruktivität, hervorgerufen von den Verwerfungen der Ökonomie..." (B. Oberrainer, Kleine Zeitung vom 24.7.2015)

"Keine schöne Aussicht! Die Komödie aus dem Jahr 1926 von Ödön von Horvàth macht im THEO eine gute Figur. Peter Faßhuber hat dieses in einer Zeit des Wandels und der Auflösung gewohnter Strukturen entstandene Stück auf den Spielplan des THEO gesetzt. Es spielt in einer Zeit kränkelnder Wirtschaft wie Gesellschaft. Irgendwie seltsam aktuell..." (H.G.Ainerdinger, MZ vom 30.7.2015)


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