GLAUBE LIEBE HOFFNUNG

von Ödön von Horváth

Eigentlich ist Elisabeth die Vorgängerin von Erin Brockovich: eine junge Frau, die bodenständig und unbeirrt an ihrer Unabhängigkeit festhält und mit allen Mitteln versucht, einen Job zu finden. Deswegen steht sie auch vor dem Anatomischen Institut, um ihre Organe schon zu Lebzeiten zu verkaufen und damit den Gewerbeschein als Unterwäscheverkäuferin zu finanzieren. Doch die sozialen Umstände schnüren sie enger ein als jedes Korsett: Missgunst und eine Gesellschaft im gnadenlosen Existenzkampf verstricken die immer verzweifelter agierende Elisabeth in ein prekäres Netz aus Notlügen und Heuchelei.
Regie/Konzept/Raum Peter Faßhuber Mit Ninja Reichert, Ute Olschnegger, Julia Faßhuber, Christian Krall, Thomas Sima Gregor Schenker Musikalische Leitung: Gregor Schenker
Pressestimmen:
„Horvaths Glaube Liebe Hoffnung wird in Oberzeiring zur eindringlichen Ballade der Ausweglosigkeit. Regisseur Peter Faßhuber bringt im trüben Licht der sozialen Zwischeneiszeit den Text zum Leuchten, rennt die großartige Ninja Reichert als zähes Horvath-Fräulein in die Armutsfalle wie in Zeitlupe gegen Wände. Langer Applaus für eine starke Ensembleleistung. Eine Nummer für sich: Gregor Schenker, der mit Kleinstrollen und als Live-Musiker mit ominösen Evergreeens Elisabeths Leidensweg begleitet…“ (Ute Baumhackl, Kleine Zeitung Kultur vom 26.7.2019)
„Die optisch reduzierte Inszenierung glückt mit einem tollen Ensemble und einer grandiosen Ninja Reichert. Sie legt die Rolle der Elisabeth gefasst an. Das Leben behandelt sie ungerecht, bis ihr Glaube, Liebe und Hoffnung abhanden kommen. Dennoch: Horvaths Figuren sind nicht entweder Opfer oder Täter, sondern beides. Auch dem zollt Reichert Tribut. Die Stimmung regiert Gregor Schenker mit düsterem Gittarenspiel, der Rest des Ensembles ist ein vielseitiges Rückgrat: Krall als Oberpräperator, Julia Faßhuber als helfende Prostituierte, Ute Olschnegger als herrlich hinterfotzige Frau Amtsgerichtsrat und Thomas Sima als einfältiger Beinahe-Bräutigam der Elisabeth…“ (Hannah Michaela, Kronenzeitung, Kultur vom 26.7.2019)
„Großes Theater um kleine Paragrafen.  Ninja Reichert verkörpert bravourös ihre zwischen kämpferischem Mut und purer Verzweiflung schwankende Elisabeth. Thomas Sima, Christian Krall, Julia Faßhuber und Ute Olschnegger beweisen allesamt in mehreren Rollen ihr großes schauspielerisches Wandlungsvermögen. Peter Faßhuber ist es gelungen, den rund acht Jahrzehnte alten Stoff packend und emotional ergreifend auf die Bühne zu bringen…“ (Raphael Ofner, Kleine Zeitung Murtal vom 26.7.2019)
„Zur Premiere bekam die grandios gespielte, glanzvolle Faßhuber-Inszenierung etliche „Vorhänge“. Vor und zwischen ein paar schrägen Pilonen, etwas Kunstschnee, einigen raffiniert gesetzten Lischtspots als Bühnenbild, stellt Faßhuber seine Akteure in den Mittelpunkt des Dramas, das sich rücksichtslos gegen Dummheit und Lüge, wie es Horvàth nannte, stemmt, gegen die unverhältnismäßige Faust der kleinen Paragraphen. Diese junge Elisabeth – Ninja Reichert modelliert diese in der Zeit von Massenarbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise der 30er Jahre angelegte Rolle zwischen Hoffnung und Verzweiflung enorm intensiv – will aus dem Teufelskreis der „kleinen Paragraphen“ ausbrechen…“ (H.G. Ainerdinger, MZ vom 1.8.2019)